Vom Mut ins Scheinwerferlicht zu treten

Und vielleicht habe ich mich so ein bisschen wie dieser Fisch gefühlt: nicht als strahlend und besser als andere, aber als anders und als würde ich zu viel erwarten. Als wäre ich zu viel. Zu viel für andere und deshalb könnte ich nichts von mir preisgeben. Als dürfte ich nicht. Nicht, weil ich nicht mehr jemand Besonderes wäre, sobald ich mich zu erkennen gäbe. Sondern vielmehr als wäre ich in den Augen derer, die mir wichtig waren, nichts mehr wert, sobald sie wüssten, wer ich wirklich bin.
Vom Mut der Veränderung zu begegnen

Eine der Situationen in denen mich der Mut verlassen hat war ein Moment, von dem viele denken, er müsse sich ausschließlich glücklich anfühlen: der Augenblick, in dem ich den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielt.
Wir hatten uns dieses Kind gewünscht. Wirklich. Und trotzdem war mein allererster Gedanke nicht pure Freude, sondern ein ehrliches, fast erschrockenes: „Oh shit. Das ist jetzt echt.“
In Sekundenbruchteilen rauschte alles durch meinen Kopf. Mein Leben, wie ich es kannte. Meine Freiheit. Meine Hobbys, Freundschaften, meine Karriere. Meine Ehe, mein Zuhause, mein Körper, mein Schlaf. Ich selbst. Mir wurde schlagartig klar: Nichts davon würde unberührt bleiben. Alles würde sich verändern. Und diese Erkenntnis hat mich für einen Moment komplett überfordert. In genau diesem Moment habe ich kurz den Mut verloren.